Leitbild

• Der Frauennotruf verfolgt das Ziel, sexualisierter Gewalt an Frauen und Mädchen entgegenzuwirken und von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen und Mädchen zu unterstützen.
Neben Sexismus finden auch andere gesellschaftliche Benachteiligungen aufgrund von Alter, Migrationshintergrund, Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung, Behinderung, Bildung und sozialer Herkunft Berücksichtigung.
Der Frauen und Mädchen Notruf Speyer bietet einen Schutzraum, zu dem ausschließlich Frauen Zugang haben.

• Sexualisierte Gewalt betrachten wir als extreme Form der gesellschaftlichen Diskriminierung von Frauen und Mädchen.
Sie ist ein Mittel, um das bestehende Machtgefälle zwischen Männern und Frauen aufrechtzuerhalten. Im individuellen Umgang mit dem Gewaltpotential liegt die Verantwortung bei jedem einzelnen. Deshalb tragen immer die Täter die Verantwortung für die ausgeübte Gewalt.

• In unserer Arbeit mit betroffenen Frauen und Mädchen liegt der Fokus auf ihren Stärken und Fähigkeiten. Wir betrachten bestimmte Verhaltensweisen als ursprünglich kreative, aber langfristig nicht unbedingt hilfreiche (Überlebens-) Strategien zur Bewältigung der Traumatisierung.

Deshalb unterstützen wir Frauen und Mädchen darin, diese durch konstruktive Strategien zu ersetzen. Ziel unserer Angebote ist es, ein größtmögliches Maß an Selbstbestimmung und Kontrolle über das eigene Leben (zurück) zu gewinnen. Wir orientieren uns an der subjektiven Wirklichkeitserfahrung der Frauen und Mädchen, nicht an juristischen oder medizinischen Kriterien.

• Wir begegnen jeder Frau mit Offenheit, Wertschätzung und Respekt und beziehen ihren individuellen Lebensentwurf und die persönlichen Wertvorstellungen mit ein.

• Im Notruf arbeiten ausschließlich Frauen.

• Wir tragen durch Vernetzungsarbeit mit Einrichtungen und Behörden sowie durch öffentliche Veranstaltungen zu Veränderungsprozessen auf politischer und gesellschaftlicher Ebene bei. Zahlreiche Kooperationen dienen der kontinuierlichen Bekanntmachung unserer Angebote sowie der Einbettung ins soziale Netz Speyers.

• Supervision, Fort- und Weiterbildung sowie fachlicher Austausch innerhalb und außerhalb der Einrichtung tragen dazu bei, unsere beruflichen Qualifikationen zu erweitern und die persönliche Entwicklung zu fördern.
Dadurch wird die hohe Qualität unserer Arbeit sichergestellt.